CHEMNITZ - Schönste Blume des Ostens!
Festival 27. - 30. Mai 2010

Festivalleitung, Kurator Dieter Boyer

In den Köpfen der ChemnitzerInnern spukt es: Chemnitz ist hässlich... Chemnitz stirbt aus... Chemnitz ist frustriert... FALSCH!

Chemnitz ist die schönste Blume des Ostens!

 

Chemnitz ist heute die in Ostdeutschland am stärksten wieder industrialisierte Region. Seit 1995 entstanden in Chemnitz und der Region mehr als 7.000 neue Unternehmen. Chemnitz zählt zum fünften Mal in Folge zu den zehn wachstumsstärksten Städten Deutschlands. RICHTIG: Chemnitz war einmal die wichtigste und reichste Industriestadt Deutschlands, die bei den Luftangriffen der Alliierten 1945 zu 95 Prozent zerstört und die schon damals als „tote Stadt“ erklärt wurde, als die sie sich heute noch/wieder sieht. Seit der politischen Wende von 1989 ist Chemnitz eine schrumpfende Stadt mit entvölkerten Wohnvierteln und dem größten Anteil älterer Bürger in ganz Deutschland. Gerade diese negativen Aspekte spiegeln sich im Selbstbewusstsein der ChemnitzerInnen wider. ABER: Unter dem Motto „Chemnitz – Stadt der Moderne“ hat die Stadt begonnen, der Selbstwahrnehmung Chemnitz' als hässliche, unattraktive Stadt, die ihre besten Tage bereits hinter sich hat, entgegen zu wirken, indem sie an ihre schillernde Vergangenheit anbindet. Der politische Aufbruch von 1989 hatte in Chemnitz auch im Schauspiel seinen Ausgangspunkt. Hier im Schauspiel hat sich ein Wille und Mut zur Veränderung  finden lassen, hier ist dieser Wille, etwas zu bewegen zu finden. DARUM: Mit dem Theaterfest „Chemnitz – Schönste Blume des Ostens!“ werden wir uns der allgemein negativen Haltung entgegenstellen und eine fröhliche, optimistische und lebendige Stadt der Talente feiern. Die Zeiten von Selbstmitleid und Wehleidigkeit sind vorbei: Chemnitz ist die schönste Blume des Ostens! Chemnitz ist eine Stadt der Gegenwart, der Zukunft, die lebenswert und attraktiv ist.

Inszenierungen zu Gast

Das Schauspiel Chemnitz wird im Rahmen des Festivals Inszenierungen von Theatern aus dem gesamten deutschen Sprachraum einladen. Die gezeigten Inszenierungen werden sich alle mit der besonderen Situation des Lebens jenseits der großen Zentren beschäftigen, oder ihre Erarbeitung geschah jenseits dieser großen Zentren. Das Festival verdeutlicht den internationalen Kontext, in dem die Stadt Chemnitz steht, indem wir auch internationale Theaterproduktionen einladen. Es wird gezeigt, wo und wie die Kunst überall ihre Blüten treibt.

Theater in der Stadt

Das Schauspiel Chemnitz verschenkt seine eigenen Produktionen an die Stadt. An Orten, die sonst keine Orte der Kunst sind, wird es szenische Einrichtungen, Lesungen und wenn möglich Vorstellungen von Inszenierungen des Schauspiel Chemnitz geben. Hierbei sollen einerseits Menschen erreicht werden, die den Weg ins Theater nicht bewältigen können (Altenheim, Gefängnis etc.) und andererseits wollen wir an Orte und Gruppen herantreten, die den Weg ins Theater noch nicht gefunden haben (z. B. Universität).

Koproduktion

Die Schönste Blume des Ostens! wird eine Koproduktion mit ausgesuchten TheatermacherInnen eingehen, die für das Festival eine spezielle Inszenierung kreieren werden. Dadurch bekommen wir eine eigene Festivalproduktion, die wir nicht im Theater produzieren müssen.

Dating Chemnitz

Wir laden Chemnitzer ExpertInnen aus allen Sparten ein, ihr Expertenwissen zu verschenken. Ein Experte erzählt einem Besucher 8 Minuten aus seinem Spezialgebiet, dann ertönt eine Glocke und die Besucher gehen zum nächsten Tisch - zur nächsten Expertin. Eingeladene ExpertInnen kommen aus allen Feldern der Gesellschaft: Atomphysiker wie Skateborder, Bürgermeisterin wie IT-Experte, Theaterintendant wie Fußballer.

Artists in Residence

The Fence ist ein Netzwerk für europäische DramatikerInnen und TheaterarbeiterInnen. Wir laden The Fence und seine Mitglieder aus über 20 Ländern während des Festivals zu einem Treffen am Schauspiel Chemnitz ein. Diese Vernetzung ist nötig, weil: Wir brauchen neue Geschichten! Es ist das Ziel von The Fence, Wege und Arbeitsmöglichkeiten für Dramatiker zu bilden, die einen Weg suchen, ihre Arbeit über ihre nationalen und sprachlichen Grenzen hinweg zu verwirklichen.

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