Sauschneidn / Ewald Palmetshofer - Dieter Boyer (Uraufführung)
TAL Graz; Stadttheater Leoben 29. April 2009

Rosi und Hansi sind einander alles: Mutter, Tochter, Freundin, Geliebte, Rivalin, Königin und Prinzessin.

Im Märchen gibt es Königinnen und Prinzessinnen, gut und böse, Prinzen, die retten, und Hexen, die untergehen müssen, damit die Liebe siegt. Doch Rosi und Hansi sind weder Königin noch Prinzessin und der Prinz ist eine Sau.



Aus dem Unausgesprochenen heraus findet eines Nachts ein Befreiungsplan ins Wort: Würde man den Prinzen, Sohn der einen und Ehemann der anderen, nur schneiden wie eine Sau, dann müsste doch alles gut werden und weit und offen. Doch sobald er einmal ausgesprochen ist, lässt dieser Plan die beiden Frauen nicht wieder in ihrem Beziehungsarrangement ankommen und die Gewalt, in all ihren Formen, nimmt ihren Lauf. Und zwischen und in all dem die Stimme einer anderen, einer dritten Frau.

"sauschneidn" stellt die Frage nach Formen der Gewalt und Unterdrückung. Wie eine Befreiung denken, die die Perspektivenlosigkeit selbst als Form der Unterdrückung begreift, niemals bloß privat ist und das Übel an der Wurzel bekämpft? Und ist nicht jede Form der Gewalt zutiefst öffentlich, ein politischer Skandal?
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SauschneidnRoswitha Soukup, Wiltrud SchreinerRoswitha Soukup, Susanna Ridler, Wiltrud Schreiner