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Der Umgang des Künstlers mit seinem Mäzen und dessen Schwester ist beinahe familiär. Als aber mit dem pragmatischen Staatssekretär Antonio ein Mann der Realpolitik in die Gesellschaft hereinbricht, beginnt das vermeintliche Idyll brüchig zu werden. Die Wirklichkeit und ihre sozialen Zwänge schieben sich vor das künstlerische Selbstverständnis. Während Tasso für sich und sein Werk „Absolutheit“, Unabhängigkeit und Unbedingtheit verteidigen möchte, ist er, wie er nun zunehmend feststellen muss, eben doch nicht wirklich frei. Werk und Dichter sind vielmehr in jeder Hinsicht deutlich enger an diejenigen gebunden, die seine Arbeit finanziell ermöglichen, als es für ihn erträglich ist.
Goethes Künstlerdrama veranschaulicht in einer Zeit, in der Sponsoring, privatwirtschaftliche Formen der Finanzierung und Mäzenatentum verstärkt an die Stelle der „öffentlichen Hand“ treten, die prekäre Situation der Kunst und ihrer Legitimationsprobleme im Kulturbetrieb.